Die syrische Teezubereitung

Die Zubereitung von Tee nach syrischer Tradition ist nicht schwer, aber sie ist für Menschen, die Tee auf englische, ostfriesische, japanische oder chinesische Art zubereiten, ungewohnt.

“Never cook Tea” stand auf den Teedosen, die ich mir Mitte der 70er Jahre in den Niederlanden gekauft hatte, und dieses Motto war für mich ab da ein unantastbarer Grundsatz. Wer Tee trotzdem aufkochte, konnte keine Ahnung haben, und war folglich war ein Banause.

Ein syrischer Freund kocht Tee aber auf, er ist kein Banause, und er hat dadurch, dass er Tee von Kindesbeinen an kennt, eine Art des Umgangs mit diesen Blättern, wie sie hier in Deutschland nur wenige haben, ausser vielleicht in Ostfriesland.

Er hat hier genau gezeigt, wie man Tee in seiner alten Heimat zubereitet, wofür ich Samer an dieser Stelle danken möchte! 🙂

So, geht los:

 


Z
unächst wird Schwarztee in eine feuerfeste Metallkanne gegeben. Wir haben die grössere Kanne von einem Caydanlik benutzt. Es wird Tee verwendet, der auch im Samowar benutzt werden kann, in diesem Fall aus Ceylon, da er kaum Tendenz zum Nachbittern hat, und auch lange Ziehzeiten gut verkraftet.

 
 

Der Boden der Kanne sollte in etwa mit Blättern bedeckt sein. Wieviel man genau nimmt, ist Erfahrungssache, aber nach wenigen Versuchen wird man das passende Mass gefunden haben. Eine immer exakt gleiche Menge ist nicht ganz so wichtig, da das Teekonzentrat später nach eigenem Geschmack verdünnt wird.

 


Der Tee wird mit kaltem Wasser aufgegossen. Würde warmes, oder gar heisses verwendet, käme es zu schnell zum Kochen. Das langsame Erhitzen ist wichtig für das gute Gelingen.

 


Den Tee mit einem grösserem Löffel einrühren. Dieser Vorgang muss mehrmals im Laufe der Zubereitung wiederholt werden, bis die Blätter nicht mehr an der Oberfläche schwimmen. 

 


Das heiss werdende Wasser sehr aufmerksam beobachten, denn der Tee sollte nur einmal für ~10-15 Sekunden kochen. Die Kanne danach sofort vom Feuer nehmen, einige Minuten warten, und das Teekonzentrat ist fertig. Die Blätter bleiben in der Kanne, es wird also nicht umgegossen.

Dieses Konzentrat ist sehr stark, wenn man genügend Tee anfangs in die Kanne gegeben hat, und muss unbedingt verdünnt werden, oft 1:3 bis 1:5, aber das kann je nach Geschmack und Stärke des Konzentrats nur ein Richtwert sein.

So wird der Tee sehr häufig im syrischen Alltag getrunken.

Er kann aber auch noch aromatisiert werden, zum Beispiel mit Salbei, in unserem Fall aber mit Ceylon-Zimt. Nicht den billigen Cassia-Zimt verwenden, denn der hat zum einen einen viel zu hohen Cumaringehalt, zum anderen schmeckt er auch nicht so aromatisch. Ein Posting zu Zimt gibts hier: klick

 


E
twas Zimt ins Glas geben. Nicht zuviel nehmen, da der Tee sonst bitter wird.

 


K
onzentrat (Kanne links) und heisses Wasser (Kanne rechts) zusammengiessen.

 


F
ertig, aber nur für die Wenigen...

 


...die keinen Zucker in den Tee geben

Samer kommt aus einem kleinen syrischen Dorf in der Nähe der türkischen Grenze. Diese Art der Teezubereitung ist dort weit verbreitet.

 
 
Man sitzt anschliessend gesellig beim Tee zusammen, und erzählt sich die letzten Neuigkeiten, oder alte Geschichten aus der Kindheit. Der Wohlstand der Menschen in diesem ländlich geprägten Teil Syriens wurde von der Anzahl der Ziegen und Schafe bestimmt. Wer zudem ein Kamel hatte, oder sogar zwei, war ein ausgesprochen angesehener Mann. 

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