teegärten in darjeeling: ambootia

nah der stadt kurseong liegt der teegarten ambootia. bereits 1861 gegründet zählt er zu den alten estates. die teefelder liegen auf höhen um 1500m.

ambootia ist einer der teegärten, die biologisch-dynamisch bewirtschaftet werden. diese art der wirtschaftsweise ist eine besondere form der biologischen landwirtschaft. die grundidee geht zurück auf rudolf steiner, den begründer der antroposophie.

es werden zum beispiel verschiedene mond- und planetenphasen bei der aussaat berücksichtigt, aber auch so genannte “biodynamische präparate” werden eingesetzt. hierbei werden substanzen mineralischen oder tierischen ursprungs (bergkristal, kuhdung) in kuhhörner gegeben, und dann entweder über sommer oder winter im boden vergraben. anschliessend werden die präparate dann intensiv in wasser verrührt und hoch verdünnt im teegarten versprüht. ziel ist die verbesserung der bodenqualität, die als zentral für ein intaktes ökosystem betrachtet wird. 

das ganze klingt recht alchemistisch und unwissenschaftlich, was dazu geführt hat, dass die biologisch-dynamische wirtschaftsweise von manchen als esoterik betrachtet wird.
 
ab den 1960er jahren wurde (nicht nur) in ambootia intensiv mit kunstdünger, pestiziden und herbiziden gearbeitet. über viele jahre konnte dadurch der ertrag enorm gesteigert werden. die erde verlor aber an qualität und sie laugte mehr und mehr aus. mitte der 1980er jahre lag der teegarten dann am boden, und selbst erhöhter kunstdüngereinsatz brachte keine guten erträge mehr.
 
in diese zeit fiel auch die übernahme des teegartens durch die familie bansal. sie waren nun in einer schwierigen situation, denn der bisherige weg mit chemie war ausgereizt. allerdings gab es in unmittelbarer nähe bereits den teegarten makaibari, dem die vorreiterrolle für die biologische und biologisch-dynamische bewirtschaftung gebührt. dem vorbild makaibari folgend, wurde dann ab mitte der 1990er jahre auch in ambootia biologisch-dynamisch gearbeitet.
 
was bereits in makaibari geklappt hatte, wiederholte sich in ambootia: böden und teesträucher erholten sich. flankierend wurde weitere massnahmen durchgeführt, wie zum beispiel aufforstung von wald im teegarten, oder einführung von biogas zum kochen in den familien der teepflückerinnen. zudem wurde ein wasserkraftwerk zur stromerzeugung im garten errichtet.
 
heute ist ambootia ein harmonisch wirtschaftender teegarten, und die wiederbelebung darf man als gelungen betrachten.
 
 
die gehaltvollen, oft weit oxidierten/fermentierten tees sind seit langem wieder sehr beliebt, und haben eine treue fangemeinde.
 
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