tee in malaysia – die unbekannte grösse

weit, weit weg, im alten ostindien, liegt ein recht unbekanntes land: malaysia.

tee ist in malaysia das nationalgetränk, zudem wird dort tee auch angebaut - grund genug, sich mit dieser unbekannten teegrösse zu beschäftigen.

zunächst ein kurzer überblick: malaysia ist ein junges land. die ehemalige kolonialmacht grossbitanien schuf es aus mehreren sultanaten. in seiner heutigen form besteht es (fast) seit 1963. fast deshalb, weil bis 1965 noch das heute selbstständige singapur zu malaysia gehörte.

wie man auf der karte sehen kann, liegt das land in südostasien, und besteht aus zwei teilen:

1. westmalaysia: der festlandteil auf der malaiischen halbinsel

2. ostmalaysia: der inselteil auf borneo

zu 1.: der kleinere festlandteil auf der malaiischen halbinsel, hat eine gemeinsame grenze mit thailand und singapur. hier lebt etwa 80% der bevölkerung, zudem befindet sich hier die hauptstadt kuala lumpur mit den petronas twin towers, die eine zeit lang als das höchste gebäude der welt betrachtet wurden. sie sind das wahrzeichen der stadt.

petronas ist ein staatlicher mineralölkonzern, der ausser durch die twintowers auch durch sein engagement in der formel 1 bekannt ist.

auf der malaiischen halbinsel liegen auch die “cameron highlands”, wo der überwiegende teil des malaysischen tees produziert wird.

zu 2.: der grössere teil des asiatischen landes liegt auf der insel borneo, wo es eine gemeinsame grenze mit indonesien und brunei hat. hier leben allerdings, verglichen mit dem festland, nur wenige menschen (20% der einwohner), und auch wirtschaftlich ist es hier noch deutlich ruhiger. borneo ist nach wie vor grossflächig mit regenwald bewachsen, und entsprechend ursprünglich und schwierig zu erschliessen.

auf borneo wird ebenfalls tee angebaut, jedoch in unbedeutenden mengen.

erwähnenswert sind noch die beiden zwergstaaten brunei und singapur.

brunei liegt auf borneo, und hat nur mir malaysia eine gemeinsame grenze. als die sultanate, die malaysia bilden, selbständig wurden, entschloß brunei sich, nicht dieser föderation beizutreten, sondern unter britischer verwaltung zu bleiben. erst 1984 ist der zwergstaat ebenfalls selbständig geworden.

singapur liegt auf einer kleinen insel, unmittelbar vor dem südlichen ende der malaiischen halbinsel, und ist über einen damm und eine brücke mit malaysia künstlich verbunden.

tee in malaysia

malaysia ist ein vielvölkerstaat, in dem rund 25% der einwohner chinesische wurzeln haben, 8% indische. daß diese beiden länder die größten teeproduzenten sind, ist vielen bekannt, ebenso, daß die ehemalige kolonialmacht großbritanien eine teetrinkernation ist.

es überrascht daher nicht, daß malaysia ein land der teetrinker, und "teh tarik" das nationalgetränk ist. es handelt sich hierbei um eine mischung aus starkem schwarztee und kondensmilch, die im hohen bogen zwischen zwei gefäßen hin und her gezogen wird. dieser vorgang gibt dem getränk auch seinen namen, denn teh tarik heißt gezogener tee. durch dieses ziehen wird der tee zum einen abgekühlt, zum anderen wird er aber auch aufgeschäumt, wodurch er seinen unvergleichlichen geschmack erhält.

man bekommt das getränk in fast allen restaurants und cafès. die zubereitung wird oft zur show ausgebaut, wobei der tee im grösstmöglichen bogen hin und her geschüttet wird, ohne dass der darbietende dabei die gefässe und den tee beobachtet, und teilweise noch pirouetten dabei ausführt.

teeanbau in den cameron highlands

die cameron highlands liegen rund 200 km entfernt von der hauptstadt kuala lumpur, auf der malaiischen halbinsel.

sie gehören zur titiwangsa bergkette, die das malaiische festland von nord nach süd durchläuft. auf einer höhe um 1.500 m wird in vergleichsweise relativ kühler umgebung neben tee auch obst und gemüse angebaut. temperaturen von tags 25 und nachts 10 - 15°C, sowie reichlich niederschlag und fruchtbare böden, bieten gute vorraussetzungen für den anbau von tee.

auf grund des angenehmen klimas (in den lowlands ist es deutlich heisser) und der landschaftlich sehr reizvollen umgebung, nutzten die briten die berge als hillstation zur erholung für die kolonialbeamten und ihre familien. heute sind die berge bei einheimischen und auswärtigen touristen als urlaubsziel sehr beliebt.

benannt wurden die cameron highlands nach dem britischen landvermesser “william cameron”, der sie 1885 für die britische kolonialmacht kartografierte.

ab 1929 wurde dann von j.a. russel, einem in england geborenen geschäftsmann, erster tee angebaut. zunächst war er im zinn- und kautschukgeschäft tätig, begann dann aber trotz (oder gerade wegen) der gerade beginnenden weltwirtschatskrise, in malaysia ersten tee anzubauen. gemeinsam mit dem erfahrenen teepflanzer a.b. milne, der in ceylon vorher tätig war, musste russel zunächst grosse, mit urwald bewachsene flächen roden.

auch wenn in malaysia weniger als 0,5% des weltweiten tees produziert werden, so sind es in absoluten zahlen doch 40.000 tonnen. der tee wird überwiegend in malaysia verbraucht und gelangt kaum in den export. er hat grosse ähnlichkeit mit den kräftigsten sorten aus assam oder kenia.

die beiden größten teeproduzenten in malaysia sind boh tea, mit deutlichem abstand gefolgt von bharat tea.

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