tee in england: katharina von braganza und die britische teekultur

die portugiesische adelige katharina von braganza (1638 - 1705) war es, die ab 1662 tee in england populär machte. wie kam es dazu, dass eine portugiesin den grundstein für die britische teekultur legte? 

katharina wurde 1638 als dritte tochter des portugiesischen könings johann IV. und seiner frau luisa von guzman geboren.

portugal war zu dieser zeit gerade wieder unabhängig von spanien geworden*. johann der IV. hatte katharina von kindheit an dazu eingeplant, über eine arrangierte, politische heirat, das junge land zu stärken.

*von 1580 - 1640 war portugal eine art spanischer provinz und somit kein selbständiges land.

so kam es, dass sie bereits im alter von 7 jahren (~1645) dem späteren englischen könig karl II. versprochen wurde. nach etlichen wirren, die karl II. durchmachte, heirateten die beiden schliesslich 1662, ohne dass sie sich vorher gesehen hatten. bestandteil des ehevertrages war u.a., dass england bei bedarf portugal militärischen schutz vor spanien (und frankreich) gewähren musste.

johann IV. hatte somit sein ziel, portugal über eine heirat zu stärken, erreicht.

der erste tee erreicht europa

portugal als seefahrernation war eines der ersten europäischen länder (evtl. sogar das erste), das tee importierte. ab 1557 siedelten potugiesen dauerhaft in macau (china), und spätestens um 1580 gelangte tee, wenn auch in kleineren mengen, von dort nach portugal.

katharina von braganza kannte daher das belebende getränk, und sie schätzte es sehr. eine kiste tee war bestandteil ihrer aussteuer.

der überlieferung nach soll katharina “ihren” karl bei der ankunft in portsmouth nach einer tasse tee gefragt haben, worauf dieser antwortete, dass man in england keinen tee trinken würde, und ob ihr evtl. ein bier reichen würde…

katharina blieb aber bei ihrer sitte tee zu trinken, und bald war die “teatime” am nachmittag ein fester bestandteil am englischen hof geworden.

tee war zwar bereits vor kathatinas hochzeit in england gehandelt worden, aber der stellenwert, der ihm beigemessen wurde, war. rel. gering. sie war es also, die dem tee in england den weg zum nationalgetränk bereitete.

queen anne: tee statt bier

weiter gefördert wurde das trinken von tee durch queen anne / anne stuart (1665 - 1714).

auf grund der schlechten wasserqualität, und der damit verbundenen gefahr von infektionen, wurde früher vielfach bier über den tag getrunken. problematisch war hierbei natürlich der alkoholgehalt. queen anne wechselte vom üblichen morgendlichen “warmbier” zum tee über. das wasser zur teezubereitung wird abgekocht, und so konnte man ein belebendes, gut schmeckendes und ebenfalls keimfreies getränk herstellen.

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