tee in der türkei – die lasen

im vorrausgegangenen teil "tee in der türkei - rize, zentrum des teeanbaus" war beschrieben worden, wie der teeanbau in die türkei kam, und wie er sich um die stadt rize ansiedelte. in diesem artikel geht es nun um die menschen, die den tee anbauen. 
 

das volk der lasen

der teeanbau um rize wird hauptsächlich von angehörigen der der lasen betrieben, einem volk, das ursprünglich aus dem südlichen kaukasus stammt, und nicht näher mit den türken verwandt ist. da sie von der türkei nicht als minderheit anerkannt werden, ist relativ wenig über sie bekannt, und man weiss nicht mal genau, wie viele lasen es gibt (die zahlen schwanken zwischen 45.000 und 500.000).
 
sie werden in vielen bereichen benachteiligt. so darf ihre sprache, das lazuri, nicht in schulen unterrichtet werden, ihre bräuche und traditionen werden öffentlich kaum praktiziert, und eine offizielle politische vertretung fehlt ebenfalls. und es droht den lasen ein weitgehender identitätsverlust, der bei der sprache bereits deutlich erkennbar ist: viele junge lasen sprechen nur noch türkisch.
 
das siedlungsgebiet (teilweise lasistan genannt) erstreckt sich von rize entlang der schwarzmeerküste bis nach batumi in georgien: 
 
 

die verdienstmöglichkeiten waren hier für viele ausgesprochen schlecht, was einen teil dieser menschen veranlasste, im ausland, so auch in deutschland, arbeit zu suchen.

bedingt durch den tee, der auf fast jeder verfügbaren fläche angebaut wird, hat sich der lebensstandard vieler lasen deutlich verbessert, und für türkische verhältnisse hat sich ein gewisser wohlstand eingestellt.

schön, wenn tee den menschen ein besseres leben bringt.

hund00021