Tee im Iran

Ursprünglich war Kaffee im Iran/in Persien das beliebteste Getränk. Viele Anbaugebiete lagen jedoch ungünstig, und der Antransport der braunen Bohnen war daher schwierig und teuer.

Der grosse Teeproduzent China lag vorteilhafterer. Tee, der von dort über die Seidenstrasse kam, war daher rel. preiswert. So kam es, dass allmählich der Tee den Kaffee im Iran verdrängte.

Um den steigenden Bedarf einfacher decken zu können, wurde 1882 ein erster Anbauversuch mit Tee im eigenen Land unternommen, der jedoch fehl schlug.

Um 1900 war Mohammad Mirza dann erfolgreicher. Er ging zunächst für mehrere Jahre als Franzose getarnt in die britische Kolonie Indien. Die Briten hätten dem Perser wegen der Gefahr des Wissentransfers keine Aufenthaltserlaubnis gegeben, und daher blieb ihm nur die getarnte Anwesenheit dort. Heimlich erlernte er folglich Teeanbau und -verarbeitung, und importierte anschliessend 3.000 Setzlinge (oder Samen nach manchen Quellen) aus Kangra im Himalaya in seine Heimat. Anschliessend legte er erste Teegärten bei Lahidschan in der Provinz Gilan am Kaspischen Meer an.

Hier liegt auch heute noch das Hauptanbaugebiet, das die Basis für den einheimische Teekonsum liefert.

Pro Jahr werden 55.000-60.000 Tonnen Tee im Iran produziert, womit allerdings nur ein Teil des landeseigenen Verbrauchs gedeckt werden kann.

Es handelt sich um soliden Tee für den täglichen Gebrauch, der wenig Koffein und Gerbstoffe enthält, und sich daher gut für die Zubereitung im Samowar/Caydanlik eignet, oder auch zum Teekochen, wie es bei der syrischen Teezubereitung beschrieben wurde. Gerne wird auch Zimt oder zerdrückter Kardamom zum aromatisieren zugeben.

Wie in der Türkei und Syrien wird der Tee aus kleinen Gläsern getrunken. Teilweise wird er auch, ähnlich wie in Russland, in eine Untertasse umgegossen, und daraus dann heiss geschlürft. Gerne wird dabei ein Stück Würfelzucker in den Mund genommen, um den Tee kräftig zu süssen. Gebäck oder Datteln werden zum Tee üblicherweise gereicht.

Der Tee, der im Iran produziert wird, ist zum allergrössten Teil für den einheimischen Markt bestimmt und gelangt kaum nach Deutschland. Man kann ihn durch Tee aus Ceylon/Sri Lanka ersetzen.

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