schwarzteeherstellung mit der CTC-methode

drei ctc-tees

die konventionelle/orthodoxe herstellung von schwarztee kann ebenfalls im tee-fokus nachgelesen werden.

eine britische erfindung

dass die briten die konventionelle technik der schwarzteeherstellung in china erlernt haben, wurde im vorrausgegangenen posting bereits erwähnt. dass die chinesische, eher handwerkliche verarbeitung, in den britischen kolonien auf modernere massenproduktion umgestellt wurde, ist von dort ebenfalls bekannt.

die CTC-methode ist eine abwandlung der konventionellen herstellung. sie hat das ziel, tee preiswerter zu produzieren. 

wie wird CTC-tee hergestellt?

schritt 1/die ernte läuft ähnlich wie bei der konventionellen methode ab, allerdings werden teilweise mehr als „two leaves an the bud“ geerntet, also auch noch 3. und evtl. 4. blätter. die pflücker müssen also nicht ganz so sorgfältig arbeiten, zudem kann die maschinelle ernte für CTC recht problemlos eingesetzt werden.

schritt 2/das welken läuft wie bei der konventionellen methode beschrieben ab.

bei schritt 3/dem rollen kommt es zur wichtigsten abwandlung: nach lediglich einmaligem, konventionellen rollen, werden die blätter mittels spezieller maschinen zerdrückt (englisch: Crushing), zerrissen (englisch: Tearing) und gerollt (englisch: Curling). die englischen anfangsbuchstaben geben der CTC methode ihren namen.

hierbei können verständlicherweise keine blatttees erzeugt werden, denn beim zerreissen/tearing wird die blattstruktur zerstört.vereinfacht dargestellt, ist das die “reisswolfmethode”.

schritt 4/die oxidation läuft durch das zerhackseln der blätter schneller ab als bei der konventionellen methode, da die reaktionsoberfläche des tees im vergleich zu blatt-tee grösser wird, und daher besser mit dem luftsauerstoff reagieren kann. über dieses feine zerkleinern wird auch das enthaltene koffein leichter lösbar gemacht, wodurch der spätere teeaufguss mehr der anregenden substanz enthält.

schitt 5/die trocknung und schritt 6/sortierung laufen wieder wie bei der konventionellen methode beschrieben ab.

es werden nur tees der blattgrade broken, dust und fannings erzeugt, also feine bis feinste partikel.

in afrika, speziell in kenia (fast 100%), wird sehr viel nach der CTC methode gerarbeitet.

in indien werden mittlerweile die hälfte der tees per CTC hergestellt. besonders assam, nilgiri und terai/dooars stellen solche tees her.

in darjeeling und sikkim werden nach wie vor konventionelle tees produziert, ebenso in sri lanka/ceylon.

wenn gute ausgangstees für CTC verwendet, und alle arbeitsschritte solide ausgeführt werden, kann guter schwarztee mit dieser methode produziert werden. echte spitzenqualitäten bleiben aber den orthodox erzeugten produkten vorbehalten.

hund00021