maniram dewan – wegbereiter für den tee in indien

maniram dewan war in mehreren punkten eine wichtige persönlichkeit für den tee und indien:

1. er hat den kontakt zwischen den ersten teepflanzern indiens, den jingpo, und den briten hergestellt. er war mittler zwischen indiens alter und neuer teekultur

2. er war der erste indische teepflanzer, der im britischen stil teegärten anlegte.

3. er war ein kämpfer für indiens freiheit und unabhängigkeit.

maniram dewan (1806 - 1858), eigentlich maniram dutta barbhandari baruah, wird oft als “assam nativ nobleman” beschrieben, was also einem in assam einheimischen “edelmann” entsprechen würde. er kannte die jingpo, wusste von ihrem gebrauch der einheimischen teepflanze, zudem war er der erste professionelle, nicht britische teepflanzer, der in indien/assam teegärten anlegte.

maniram arbeitete für den letzten könig von assam (ahom dynastie) und für die britische kolonialmacht. er war eine angesehene persönlichkeit, zudem war er zunächst loyal den briten gegenüber.

zu1.: der mittler zwischen indiens alter und neuer teekultur

es gibt vom folgenden verschiedene überlieferungen, die sich je nach quelle leicht unterscheiden. man kann das folgende also eher als eine mögliche, jedoch recht wahrscheinliche variante ansehen.

maniram zeigte 1823 dem schotten robert bruce den teeanbau bei den jingpo. die einheimischen versprachen robert bruce einige proben von samen und pflanzen. robert bruce wollte feundschaft und handel mit den jingpo aufbauen, und nahm daher nicht einfach bei seinem ersten besuch die benötigten musterexemplare mit. ein jahr später war es dann sein bruder charles bruce, der erneut zu den jingpo zog und die teepflänzchen und -samen in empfang nahm, und sie zur bestimmung nach kalkutta in den botanischen garten schickte (robert bruce war mittlerweile verstorben). hier untersuchte dr. wallich, der leiter des gartens, das material. er kam zu dem schluss, dass es sich zwar eine verwandte pflanze aus der selben familie handelt, nicht aber um camellia sinensis sinensis. er erkannte bei dieser ersten bestimmung also nicht, dass es sich um eine weitere spielart der teepflanze handelte, also um die varietät, die später camellia sinensis assamica getauft wurde.

danach passierte einige jahre zunächst nichts weiter.

die briten vermuteten aber, dass tee im gebiet von assam einheimisch sein könnte, und richteten daher 1834 ein siebenköpfiges kommitee ein, dem auch dr. wallich vom botanischen garten in kalkutta angehörte. angeregt durch ein rundschreiben dieses komitees, reichte captain jenkins neue pflanzenproben aus assam ein, die sein assistent lieutenant charlton gesammelt hatte. bei dieser bestimmung kam dr. wallich dann zu dem ergebnis, dass es sich um echte teepflanzen handelt.

das komitee machte sich nun auf nach assam, um vor ort die gegebenheiten für den grossflächigen anbau von tee zu erkunden. maniram dewan war es nun, der dr. wallich und den anderen mitgliedern assam als sehr geeignet anpries.

zu 2.: der erste “neue” indische teepflanzer

1839 wurde maniram dann für kurze zeit der dewan der jungen britischen assam tea company, wodurch er seinen zweiten namen erhielt. dewan kann man in etwa mit gebieter/oberhaupt übersetzen. diese arbeit gab er jedoch schnell wieder auf grund von differenzen mit den britischen “company officers” auf, und 1840 gründete er seinen ersten eigenen teegarten in jorhat. er wurde damit der erste kommerzielle indische teepflanzer. ein weiterer garten in sivasagar folgte.

zu 3.: der indische freiheitskämpfer

zu beginn dieses teils wurde geschrieben, dass maniram anfangs loyal den briten verbunden war. doch bereits bei seiner tätigkeit in der assam tea company geriet er in probleme mit den briten, was sich fortsetzte.

wegen einer anderen streitigkeit über seine teegärten, wurde 1851 manirams gesamtes vermögen durch die briten beschlagnahmt, was ihn und seine grosse familie in massive not brachte.

ein jahr später reichte er eine umfangreiche beschwerde über missstände in assam bei der kolonialregierung ein. als lösung schlug er vor, einen könig aus der ahom dynastie , für den er ja vormals arbeitete, wieder zu inthronisieren, was natürlich von den briten abgelehnt wurde.

der genaue ablauf ist umfangreich und kompliziert, zumal er mit dem indischen aufstand von 1857 einhergeht, bei dem inder kriegsartig gegen die kolonialmacht rebellierten.

maniram versuchte in diesem rahmen, den ehemaligen könig wieder in sein amt zurückzuführen.

der aufstand wurde von den briten niedergeschlagen, maniram als verschwörer angeklagt, zum tode verurteilt, und 1858 gehängt. 🙁

wie schliesst man dieses posting und die gesamte trilogie ab?

im jahr 2013 bereits wollte die indische regierung maniram zu ehren tee zum offiziellen indischen nationalgetränk erklären, was bisher allerdings nicht verwirklicht wurde. vielleicht wird es nachgeholt, vielleicht auch nicht.

trinken wir einfach einen malzigen assam, einen fruchtigen darjeeling, oder einen süssen masala chai zu ehren der indischen teekultur und von maniram dewan! 

dieses posting ist der III. teil über die frühzeit des tees in indien. vorrausgegangen sind: 

I: die alte tee-pferde-strasse von china nach indien

II. assam, die wiege der indischen teekultur

wenn sie teil II kennen, verstehen sie diesen artikel besser.

die fortsetzung:
IV: wie die inder zu teetrinkern wurden

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