london – aufstieg und fall einer teemetropole

london war für über 300 jahre das europäische zentrum für den teehandel.

london - nach wie vor eine der schönsten städte

das verwundert nicht weiter, denn beispielsweise indien, "ceylon" (heute sri lanka) und kenia, drei der grössten anbauländer für tee, waren britische kolonien. dazu kommt, dass grossbritanien eine nation von teetrinkern ist, und somit einen grossen bedarf an tee hat.

es verwundert eher, dass london heute nicht mehr das teehandelszentrum in europa ist. hamburg hat diesen platz mittlerweile eingenommen.

der aufstieg und fall londons als teehandelsplatz ist das thema dieses artikels.

die teeauktionen von london

die englische/britische ostindien-kompanie hatte seit 1600 das monopol beim teehandel. nur sie durfte tee nach grossbritanien einführen. 1679 findet die erste teeauktion im hauptsitz der kompanie statt. das “east india house” genannte gebäude lag auf leadenhall street.

east india house

1834 läuft das teehandelsmonopol aus, und andere händler traten in konkurenz zur ostindien-kompanie. folglich zieht das auktionshaus um auf die nicht weit entfernte mincing lane. die kleine strasse war zuvor das zentrum für den gewürzhandel gewesen, jetzt wurde sie zum zentrum für den teehandel, denn viele teehändler siedelten sich in folge ebenfalls hier an.

candle auction

die auktionen wurden lange zeit über ein heute ungwöhnlich erscheinendes verfahren abgewickelt, das sich "candle auction" nannte. zu beginn wurde eine kerze angezündet, und mit erlöschen der flamme war das bieten beendet. es war nie klar absehbar, wann die flamme erlischt, und das letzte gebot abzugeben war glückssache. mit dem aufkommen von elektrischen glühbirnen kam diese art der auktion aber langsam aus der mode.

später zogen die auktionsräume noch einige male um.

wurden zu anfang der londoner teeauktionen alle 3 monate versteigerungen abgehalten, wurden sie mit zunehmender beliebtheit von tee häufiger. erst monatlich, dann wöchtenlich, und später mehrmals in der woche. es kamen dann auch auktionstage für tees nur aus bestimmten anbaugebieten dazu.

in hochzeiten wurde in london rund 30% des weltweit angebauten tees gehandelt!

londoner auktion

der niedergang kam allmählich. die grösste rolle spielte dabei die unabhängigkeit der ehemaligen kolonien. indien versteigerte nun lieber in kalkutta, ceylon/sri lanka in colombo, und kenia in mombasa. die letzte londoner teeauktion fand im juni 1998 statt.

der tee, der heute per schiff nach europa gelangt, wird zu 70% in hamburg umgeschlagen. hamburg ist europas neue teemetropole.

unabhängig davon, ist london aber nach wie vor eine der schönsten städte, und immer eine reise wert - auch für teefreunde.

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