tee in indonesien – java und sumatra

schwarztee aus java

wenn heute von "java" und "sumatra" die rede ist, denken viele als erstes an eine programmiersprache und einen pdf-reader, aber um die geht es in diesem posting nicht.

es geht um die indonesische insel, auf der tee angebaut wird.

indonesien - das alte niederländisch indien

indonesien im indischen ozean ist nicht unbedingt bekannt für teeanbau. der inselstaat ist mit rund 130.000 t tee im jahr aber der fünft grösste teeproduzent weltweit (1. china, 2. indien, 3. sri lanka, 4. kenia). schwarztee und grüntee werden zu etwa gleichen teilen produziert.

das tropische, vom monsun geprägte klima, eignet sich gut zur teeproduktion. besonders teepflanzen, die ursprünglich aus assam stammen, also camellia sinensis assamica, wachsen hier problemlos. 

geerntet werden kann das ganze jahr über. die typischen erntezeiten, wie sie beispielsweise aus darjeeling bekannt sind, entfallen hier weitgehend. das sorgt für grosse ernteerträge, jedoch werden in diesem klima meist durchschnittliche tees, in der fachsprache “standard” genannt, erzeugt.

indonesien war über jahrhunderte eine niederländische kolonie. die "gewürzinseln" genannten "molukken" gehören zu indonesien, und nur hier gab es ursprünglich muskatnuss und gewürznelken. die "VOC", die niederländische ostindien kompanie, hatte über einen langen zeitraum das handelsmonopol bei diesen gewürzen. niederländer waren es später auch, die den teeanbau nach indonesien brachten.

tee auf java

die niederländer führten tee auf java zunächst als zierpflanze für ihre gärten ein. hierbei wurde darauf geachtet, dass sich prachtvolle blüten entwickelten, ähnlich wie es bei der weit bekannten zierkamelie (camellia japonica) der fall ist, die eine nahe verwandte der teepflanze ist.

samen zur eigentlichen teeproduktion wurden etwa mitte des 18. jahrhunderts aus china eingeführt (camellia sinensis sinensis). die daraus gezogenen pflanzen kamen jedoch mit den klimatischen gegebenheiten auf java nicht zurecht, und der anbauversuch scheiterte.

rund 100 jahre später, in der ersten hälfte des 19. jahrhunderts, wurden pflanzen mit ursprung in assam (camellia sinensis assamica) angebaut, die mit dem feucht-tropischen klima auf grund ihrer herkunft sehr viel besser zurecht kamen.

hervorzuheben ist hierbei der holländer kerkhoven, der ab ca. 1880 tee anbaute. er erforschte in versuchsgärten systematisch, welche pflanzentypen am besten mit den umweltverhältnissen zurecht kamen. er war der begründer der teedynastie kerkhoven, die heute noch in den niederlanden vielen bekannt ist. im hochland von parahyangan (ehemals preanger) in west-java, begann er mit dem kommerziellen grossanbau von tee. der roman “die teebarone” von hella s. haasse spielt in diesem umfeld.

die wirren des zweiten weltkriegs verschonten auch die niederländische kolonie nicht. während dieser dunklen jahre kam auch der teeanbau weitgehend zum erliegen, und erst in den 80er jahren des 20. jahrhunderts begann man (teils staatlich gefördert) erneut damit.

tee auf sumatra

zum teeanbau auf sumatra findet man unterschiedliche angaben. es wurde wohl schon durch die niederländer im 19. jahrhundert dort tee gepflanzt (andere quellen nennen den anfang des 20. jahrhunderts), aber im wirklich grossen stil wird wohl erst seit den 80er jahren des 20. jahrhunderts produziert.

indonesien produziert neben grün- und schwarztee auch oolongs und weissen tee, wobei höherwertige produkte fast ausschliesslich aus java stammen.

eine junge teekultur

ähnlich wie in indien und sri lanka, ist die indonesische teekultur jung. sie wurde durch die niederländische kolonialmacht eingeführt, davor war tee praktisch unbekannt. im vergleich zu alten teeländern wie china, japan und korea, ist daher die teekultur auch eher einfach, jedoch vielfältig. man trinkt ihn klassisch aufgegossen, stark und gesüsst, oder ähnlich dem indischen massala chai mit milch und gewürzen, oder als grüntee mit jasmin auf chinesische art. zudem wird pu-erh und oolong besonders in großstädten getrunken.
java tees kommen meist in form von blends, oder zu deutsch in teemischungen auf den markt, so zum beispiel in ostfriesen-tees.

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