gyokuro – japans bester tee

hochwertiger gyokuro

kurz vorab, worum es in diesem artikel geht:

-der erste gyokuro ist 1835 eher zufällig entstanden.

-bis einschliesslich zur ernte unterscheiden sich die anbaumethoden von tencha/matcha und gyokuro nicht.

-nach der ernte wird gyokuro wie sencha weiterverarbeitet.

beschatteter tee in japan

es wird über zwei sehr ähnlich geschriebene tees hier berichtet: tencha und sencha. man muss an manchen stellen daher aufmerksam lesen.

wie der gyokuro entstand und seinen namen bekam

andere japanische tees, wie zum beispiel sencha, bringen teilweise erstklassige qualitäten hervor.

gyokuro (tautropfen zu deutsch) ist aber nochmals eine klasse höher angesiedelt, und repräsentiert den edelsten japanischen blatttee. lediglich matcha, der japanische pulvertee, ist in ansehen und preis dem gyokuro ähnlich.

diese beiden spitzensorten sind "schattentees", und gehen beim anbau auch zunächst einen völlig identischen weg. wenn man sich die entstehungsgeschichte des gyokuro ansieht, ist das leicht zu verstehen.

seine historie ist recht jung, beginnt erst in 1835, mit “yamamoto kahei Vl”. er stammt aus einer alten familie von teehändlern, in der viele vorfahren den selben namen wie er trugen, und daher ist der zusatz “Vl” wichtig.

yamamoto reiste regelmässig von edo (heute tokio) in die stadt uji, um dort tee zu kaufen, und seine kultivierung zu studieren.

so wurde ihm auch der anbau und die weiterverarbeitung von tencha gezeigt. er versuchte diesen tee selber herzustellen, was ihm jedoch misslang. yamamotos tee war perlenartig gerollt, während tencha eher eine blattartige, flache struktur aufweist. er bereitete trotzdem tee daraus zu, und der aufguss war ausgesprochen lecker, fand folglich rasch abnehmer.

er gab dem tee den namen “tama no tsuyo”.

allerdings fehlte der rollvorgang bei seinem tee. über den rollvorgang wird die zellstruktur im teeblatt aufgebrochen, der zellinhalt gelangt nach aussen, wodurch beim späteren aufguss eine deutlich bessere extraktion stattfindet. anders ausgedrückt: gerollter tee schmeckt intensiver als ungerollter.

bei tencha kann das rollen entfallen, denn stattdessen findet die verreibung zu matchapulver statt.

1841 fuehrte “shigejyuro eguchi” daher diesen rollvorgang auch beim gyokuro ein. er verarbeitete ihn wie sencha, und somit war der gyokuro, wie er heute hergestellt wird, erfunden. eguchi führte auch den heute gebräuchlichen namen “gyokuro” ein.

japanische und chinesiche lesung von schriftzeichen

nun war ja bereits erwähnt worden, dass ein namenswechsel stattgefunden hat, der hier erklärt wird. teefreund seika, der in japan lebte und die sprache bestens beherrscht, beantwortete die frage, ob es mehrere möglichkeiten gibt, japanische schriftzeichen zu lesen, wie folgt:

“Ja, kann man. Ist eines der, wenn nicht das Problem, mit dem jeder japanisch Lerner zu kaempfen hat. Jedes Zeichen hat mindestens zwei, eine "chinesische" und eine "japanische" Lesung. …

玉 = chinesische Lesung: gyoku, japanische Lesung: tama
露 = chinesichen Lesung: ro, japanische Lesung: tsuyu

露(の)玉 = tsuyu (no) tama = Tropfen des Taus
※ das "no" habe ich in Klammern gesetzt, weil es vermutlich in Kanji geschrieben oder beim Schreiben ganz weggelassen wurde.

玉露 = gyokuro = Tautropfen

Wie du siehst, aendert sich semantisch nichts, allerdings wirkt es durch die chinesische Lesung vornehmer. Zumindest im modernen Japanisch gelten chinesische Lesungen gegenueber ihren japanischen Pendants als sprachlich vornehmer oder gebildeter.”

ein interessantes detail, zu einem interessanten tee, gut und schlüssig erklärt. 


wie bereitet man gyokuro zu?

teezubereitung ist kein immer gleicher, technischer vorgang, sondern vielmehr eine höchst individuelle angelegenheit, bei der viele faktoren eine rolle spielen. die zubereitungsempfehlung ist also nicht mehr als ein vorschlag.

man verwendet kleine bis kleinste kännchen, am besten japanische seitengriffkannen/kyusu.

dosierung: gyokuro wird im vergleich zu sencha deutlich höher dosiert, zudem nochmals kühler aufgegossen. im vergleich zu sencha kann man in etwa die doppelte menge tee rechnen. in gramm ausgedrückt, sind das 5 - 8 gramm auf 120 - 150 ml. man sollte nicht zu niedrig dosieren. gerät der aufguss zu intensiv, kann man problemlos ein wenig verdünnen.

wassertemperatur: ~60°C bei den ersten aufgüssen. später ein wenig heisser aufgiessen. das teegeschirr sollte vorgewärmt werden, da sonst leicht zu kühler gyokuro serviert wird.

ziehzeiten: erster aufguss gut 60 - 90 sekunden, zweiter 30 sekunden oder kürzer, dritter 15 sekunden. danach dann die ziehzeit wieder verlängern. wie oft ein gyokuro aufgegossen werden kann, ist abhängig von teemenge und qualität.

der tautropfen ist kein einfacher tee, weder beim anbau, noch bei der zubereitung. man sollte sich zeit und ruhe nehmen, um ihn richtig zu geniessen.

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