Earl Grey Tee – mit Bergamotte verfeinert

Der Earl Grey ist ein Schwarztee, der mit dem Öl der Bergamotte aromatisiert wird. Ursprünglich wurde nur schwarzer Tee aus China verwendet. Heute werden aber auch andere Sorten mit dem aromatischen Öl der Zitrusfrucht veredelt.

Aber, was ist Bergamotte eigentlich?

Die Bergamotte

Die Bergamotte/Citrus bergamia ist eine Zitruspflanze, die vermutlich aus einer Kreuzung der Zitronatzitrone/Citrus medica und der Bitterorange/Citrus aurantium hervorgegangen ist. Sie wird hauptsächlich im klimatisch optimal geeigneten Kalabrien in Italien angebaut. Von hier kommen die Spitzenerzeugnisse. Weitere Anbaugebiete findet man in Afrika (Elfenbeinküste) und Südamerika.

Das Fruchtfleisch wird zwar gelegentlich für die Herstellung von Marmelade benutzt, aber diese Verwendung ist nur von untergeordneter Bedeutung. Citrus bergamia ist eigentlich zu herb hierfür.

Hauptsächlich wird die Bergamotte wegen ihrer in der Schale enthaltenen ätherischen Öle angebaut.

Das Anbaugebiet in Kalabrien ist relativ klein, wodurch das Öl von hier nur begrenzt verfügbar ist, was wiederum hohe Preise zur Folge hat. Es müssen 200 kg Früchte geerntet werden für einen Liter Bergamotteöl. 

Earl Grey Tee

Earl ist ein englischer Adelstitel der vererbt wird. Der erste Earl Grey war Charles Grey, 1. Earl Grey (1729–1807). Er vererbte seinen Titel an seinen gleichnamigen Sohn Charles Grey, 2. Earl Grey (1764–1845).
 
Dieser 2. Earl Grey ist derjenige, dem der Tee seinen Namen verdankt. Er war ein recht eigenständig denkender Mensch, der nicht grundsätzlich höher gestellten Adeligen in allen Wünschen blind folgte. Er lehnte es beispielsweise ab, zugunsten des Prince of Wales, dem späteren König Georg IV, eine “Handlung von zweifelhafter Ehrenhaftigkeit” durchzuführen, wodurch das vordem freundschaftliche Verhältnis merklich abkühlte. Zudem setzte er sich als Politiker für die Abschaffung des Sklavenhandels ein. Er war also durchaus an fortschrittlichen Menschnenrechten interessiert.

Wie der Teename "Earl Grey" entstand

Eine Legende erzählt dazu Folgendes: Auf dem Weg von China nach England geriet ein Frachtschiff in einen starken Sturm. Teekisten wurden dabei im Frachtraum herumgeworfen, öffneten sich, und der Inhalt kam mit ausgelaufenem Bergamotteöl in Kontakt. Nachdem das Schiff im Hafen von London angekommen war, sah der Earl sich den zufällig aromatisierten Tee an. Wegen des angenehmen Geruchs entschied er, ihn nicht zu entsorgen. Er liess den aromatischen Tee statt dessen von Verwandten und Bekannten probieren, und siehe da, er schmeckte ihnen ausgezeichnet.

So kam der Tee in den Handel, und zu Ehren des Earl Grey erhielt er seinen Namen.

Auf Qualität achten beim Earl Grey Tee

Wie gut ein Earl Grey ist, hängt von drei Faktoren ab, die in ihrer Summe die Qualität ausmachen:

1. Gutes Bergamotteöl

Das beste Bergamotteöl kommt nach wie vor aus Kalabrien in Italien, und ist als "natürliches Reggio Bergamotteöl" im Handel.

2. Guter Tee

Der Tee beim Earl Grey ist zunächst zweitrangig, was in der Praxis leider teilweise dazu führt, dass minderwertige Grundtees verwendet werden. Man sollte daher darauf achten, dass gute Qualitäten aromatisiert werden, denn das Geschmackserlebnis wird dadurch deutlich verbessert.

3. Tea Taster mit Erfahrung

Es ist die Aufgabe von Tea Tastern, den Tee im passenden Verhältnis mit dem Bergamotteöl zu mischen. Für diese verantwortungsvolle Arbeit benötigt man viele Jahre Erfahrung.

Wenn alle drei Punkte eingehalten werden, erhält man Earl Grey Tees der Spitzenklasse!

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