die teepflanze: “die aus china stammende kamelie”

die teepflanze, lateinisch camellia sinensis (CS), ist mit der beliebten zierkamelie nah verwandt. camellia ist der lateinische name für kamelie, und sinensis bedeutet “aus china stammend”. zusammengefasst bedeutet CS also “die aus china stammende kamelie”.
 
CS wächst bevorzugt im tropischen und subtropischen bereich. sie braucht relativ hohe durchschnittliche jahrestemperaturen, viel sonnenschein, viel regen, zudem böden, die niederschlag gut ableiten. frost wird nur innerhalb enger grenzen vertragen (siehe weiter unten).
 
 
 
 
es existieren von CS zwei sehr nah verwandte spielarten/varietäten, die zur herstellung von tee verwendet werden:
 
CS var. sinensis (CSS) und
 
CS var. assamica (CSA).
 
 
CSS ist die deutlich früher vom menschen im grossen massstab genutzte varietät, und mit ihr hat vor rund 5.000 jahren zunächst in china der konsum von tee begonnen, breitete sich von dort dann langsam nach japan und korea aus. sie ist sozusagen die begründerin der frühen grünteekulturen in diesen ländern. allerdings eignet sie sich auch zur herstellung von schwarztee, oolong, weiss- und gelbtee. dadurch, dass sie so lange bereits vom menschen genutzt wird, konnte man unzählige sorten aus ihr herauszüchten.
sie wächst als kleinblättriger strauch, und wird unbeschnitten lediglich 3-4m hoch. ihre erträge sind relativ gering. CSS kann in gewissen grenzen leichten frost vertragen, gedeiht auch in hohen lagen noch. ihre ursprüngliche heimat kann heute nicht mehr genau eruiert werden, aber man vermutet das grenzgebiet china, vietnam, laos, myanmar.
 
CSA wurde erst um 1830 in assam für die westliche welt entdeckt. von den einheimischen wurde sie allerdings bereits als aufgussgetränk genutzt. ausgewachsen bildet diese form der teepflanze bis zu 20m hohe bäume mit grossen blättern. CSA braucht frostfreien anbau, gedeiht auch besser in niedrigeren regionen. sie liefert deutlich höhere erträge als ihr kleine schwester, eignet sich am besten zur schwarzteeherstellung, auch wenn der marktnachfrage folgend, mittlerweile grüntee aus ihr hergestellt wird.
 
 
CSS und CSA lassen sich kreuzen, und solche hybriden, die die positiven eigenschaften beider pflanzen in sich tragen, werden heute vielfach eingesetzt. hat man einmal eine gute sorte herausgezüchtet, die den gewünschten anforderungen entspricht, kann man sie mittels stecklingen weitervermehren, was “cloning” genannt wird. vorteil dieser vermehrung ist, dass die neu gezogenen teebüsche zu 100% das selbe erbmaterial wie die mutterpflanze besitzen.
 
nicht unerwähnt bleiben soll, dass die umweltbedingungen eine wichtige rolle spielen. genetisch identische clones, einmal in assam, einmal in ceylon angepflanzt, werden bei gleicher verarbeitung, durch die unterschiede bei klima, boden und höhenlage, auch unterschiedliche tees hervorbringen.
 
neben den blättern vom CS, werden auch die samen verwendet. man kann sie rösten und als snack essen, gebräuchlicher ist jedoch, ein öl aus ihnen herzustellen.
 
ein posting dazu gibt es im tee-fokus: teesamenöl
hund00021