tee aus ceylon / sri lanka

hört man den namen “ceylon”, denkt man als teetrinker natürlich sofort an tee. zu recht, denn sri lanka ist der viertgrösste teeproduzent weltweit.

lesen sie mehr über den inselstaat und den berümten ceylon tee.

wo liegt sri lanka eigentlich?

sri lanka ist ein inselstaat, der rund 55 km vor indiens südspitze im indischen ozean liegt. 

das land ist etwas kleiner als bayern, produziert aber rund 10% des weltweit hergestellten tees. es liegt somit auf dem vierten platz der grössten teeproduzenten.

die erste kolonialmacht portugal nannte die insel “ceilao”, die niederländischen nachfolger “zeila”, und die briten machten daraus schliesslich “ceylon”. nach der unabhängigkeit im jahre 1948 behielt man zunächst diesen namen bei. 1972 wurde das koloniale namenserbe abgelegt, und der inselstaat wurde umbenannt in “sri lanka”.

der name stammt aus dem sanskrit, wobei “sri” für ehrenwert, erhaben, strahlend, und “lanka” für insel steht.

beim tee ist man beim alten namen ceylon geblieben.

sri lankas landschaften

es gibt drei verschiedene landschaftstypen auf sri lanka:

-einen schmalen küstenbereich
-das weite, ebene tiefland
-das zentrale hochland -> hier wird der grösste teil des ceylonesischen tees angebaut!

das klima ist tropisch, mit zwei monsun regenzeiten, die jedoch nur teilbereiche der insel treffen, da das zentrale hochland als wetterscheide auftritt. die luftfeuchtigkeit ist hoch, die durchschnittstemperaturen ebenfalls, was aber nicht für das zentrale hochland gilt, wo die temperaturen unter den gefrierpunkt fallen können. 

die tees werden nach der anbauhöhe in drei kategorien aufgeteilt:

-lowgrown bis 650 meter
-midgrown 650 bis 1.300 meter
-highgrown ab 1.300 meter

je höher die teegärten liegen, umso kühler wird es, was ein langsameres wachstum zur folge hat. gleichzeitig wird die sonneneinstrahlung intensiver, wodurch stoffwechselvorgänge im teeblatt gefördert werden. beide faktoren begünstigen die bildung von geschmacksstoffen, wodurch ein ausgeprägtes aroma entsteht.

ceylon highgrowns gehören zu den besten schwarztees. 

die 6 anbaugebiete für ceylon tee

1. nuwara eliya

der name bedeutet “stadt des lichts”, und ähnlich wie die stadt darjeeling, wurde auch sie als “hill station” für britische kolonialbeamte im 19. jahrhundert gegründet. die 7 teegärten liegen in der umgebung von nuwara eliya. höher geht es teemässig nicht mehr auf sri lanka (2.000-2.400m), und passend dazu ist es auch entsprechend kühl. der tee wächst zum teil an extrem steilen hängen, was die ernte erschwert.

2. dimbula

eines der ältesten anbaugebiete, auf dem seit etwa 1870 tee gepflanzt wird. zuvor war es ein stark bewaldeter, völlig unerschlossener teil sri lankas. auf 1.200 – 1.600m liegen die teegärten, und somit theoretisch an der grenze von midgrown zu highgrown.  

3. uva

ovah ausgesprochen, liegt auf 1.200 – 2.000m. das gebiet ist sehr dünn besiedelt, und auch heute noch schwer zugänglich. durch die besondere lage regnet es relativ wenig, jedoch beeinflussen beide monsunwinde das anbaugebiet, wodurch die teestäucher schneller als sonst üblich auf sri lanka abtrocknen. das trägt dazu bei, dem tee seinen eigenständigen, recht herben charakter zu verleihen. die teegärten werden weitgehend von bäumen beschattet. mit die besten tees kommen aus diesem gebiet. auch hier ist die hanglage teilweise extrem.

4. kandy

portugiesen und niederländer konnten nicht die ganze insel erobern. das alte königreich kandy wurde erst von den briten unterworfen. kandy ist das nördlichste anbaugebiet mit gärten auf 600 – 1.200m (midgrown tea).

5. uda pusselawa

ein kleines anbaugebiet, das wie uva vom monsunwind profitiert. das regenreiche gebiet produziert zwei gute ernten jährlich. von 950 – 1.600m höhe erstrecken sich die teegärten.

6. ruhuna

als südlichstes anbaugebiet liegt es in flachen gebieten (max. 600m), und entsprechend kommen von hier lowgrown teas. durch spezielle bodenverhältnisse haben die tees von hier sehr dunkle blätter.

obwohl sri lanka lediglich so gross wie bayern ist, und der teeanbau sich auf das zentrale hochland konzentriert, gibt es diese vielzahl an anbauregionen. erklären kann man das unter anderem durch folgende faktoren:

-durch zwei monsunzeiten aus unterschiedlichen himmelsrichtungen und zu unterschiedlichen “jahreszeiten”

-durch die wetterscheide der berge

-durch starke höhenunterschiede, zerklüftungen und faltungen innerhalb des hochlands

die geschichte des ceylonesischen teeanbaus

"ceylon" war während seiner kolonialen geschichte erst von protugal, dann von den niederlanden, und zuletzt ven grossbrittanien besetzt. mehr dazu finden sie im artikel "die gewürzroute - wie portugal den seeweg nach indien entdeckte"

weder portugiesen noch niederländern gelang es, die gesamte insel zu erobern. das königreich kandy in den unzugänglichen bergen blieb autonom. es war nur über enge, leicht zu verteidigende passwege zu erreichen, wo eine übermacht nicht viel zählte.

erst um 1815 gelang es den briten, diese letzte bastion zu erobern, womit dann letztendlich erst die bergregionen im sinne der kolonialmacht genutzt werden konnten.

rasch wurden die wälder gerodet, und man pflanzte in grossen mengen kaffeesträucher an. ceylon war bald der zweitgrösste kaffeeerzeuger weltweit.

jedoch kamen zwei massive probleme in die monokulturen.

problem eins war die "kaffeeratte", ein wühlmausähnliches nagetier. sie vermehrte sich in den plantangen massenhaft, und vernichtete ganze ernten.

problem zwei war der kaffeerost. die pilzkrankheit führte ab etwa 1870 dazu, dass die kaffeepflanzen ihre blätter abwarfen, und sie so stark geschwächt wurden, dass ganze bestände abstarben.

die kombination beider probleme führte dazu, dass der kaffeeanbau auf sri lanka praktisch zum erliegen kam.

teesträucher sind resistent gegen diesen pilz.

bereits 1824 waren erste teepflanzen erfolgreich auf der insel angebaut worden, jedoch wurde kein weiterer nutzen daraus gezogen - kaffee erschien profitabler.

1867 began der schotte “james taylor” äusserst erfolgreich mit der kultivierung von tee. er kaufte eine ehemalige kaffeeplantage, und baute dort teepflanzen an, die er aus indien bekommen hatte. seinem bespiel folgten bald viele ehemalige kaffeepflanzer.

mit “thomas lipton”, dem gründer der gleichnamigen, heute noch bestehenden teemarke, kam dann ein ideenreicher kaufmann um 1890 nach ceylon. er kaufte tee von james taylor, pflanzte aber auch selber tee auf ehemaligen kaffeeplantagen an, die nach dem zusammenbruch des kaffeeanbaus äusserst günstig zu bekommen waren.

lipton brachte den tee über seine 300 lebensmittelläden direkt und ohne zwischenhandel auf den britischen markt. zudem verpackte er ihn fertig in schachteln, was vorher unüblich war. so konnte er den tee deutlich günstiger verkaufen, und er wurde mit einem mal auch für die gering verdienende “working class” erschwinglich.

“straight from the tea gardens to the pot” war das motto, unter dem der tee von ihm angepriesen wurde.

lipton war einer der händler, die gewichtig an der popularisierung von tee beteiligt waren.

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