das casa da india und die ostindien-kompanien – ein überblick

ostindien kompanien gab es von mehreren nationen. sie entstanden ab 1600, und dienten dem seehandel mit ostindien, china und japan, aber auch mit anderen ländern, die entlang der seeroute lagen. tee war eines der wichtigsten handelsgüter dieser gesellschaften, aber natürlich nicht das einzige. gewürze, porzellan, seide, kaffee, kakao, baumwolle, weihrauch, und pfanzliche arzneimittel (campher, sappanholz, ...) wurden beispielsweise von den kompanien gehandelt.

dabei war der handel kein reiner import. auch aus europa wurden waren richtung ostindien exportiert, zudem wurde innerhalb von ostindien, china und japan handel betrieben. kupfer wurde beispielsweise in japan gekauft, in indien dann verkauft.

welche ostindien kompanien gab es?

in der reihenfolge der gründung gab es folgende handelsgesellschaften:

-die britische ostindien-kompanie (1600)

-die niederländische ostindien-kompanie (1602)

-die dänische ostindien-kompanie (1616)

-die schwedische ostindien-kompanie (1626)

-die portugiesische ostindien-kompanie (1628)

-die französische ostindien-kompanie (1664)

-die kaiserliche ostindische kompanie (1719)

-die preussische emder ostasiatische handelskompanie (1751)

-die triestiner ostindische handelskompanie (1775)

die mit abstand bedeutendsten gesellschaften waren die niederländische ostindien-kompanie und die britische ostindien-kompanie, um die es in separaten artikeln gehen wird.

im vorrausgegangenen artikel “die gewürzroute - wie portugal den seeweg nach indien entdeckte” war beschrieben worden, wie portugiesen den seehandel mit ostindien starteten. es geht daher auch mit portugal und dem "casa da india" weiter.

das “casa da india” - der portugiesische vorläufer der ostindien kompanien

den handel mit ostindien organisierte portugal über das “casa da india” (indienhaus), eine königliche behörde, die als zentrale verwaltung und warenumschlagplatz diente. die organisation und der handel lagen somit in königlicher hand. kaufleute waren daran natürlich beteiligt, aber nur untergeordnet. bei gewürzen, seide und edelmetallen beispielsweise nahm sich der könig das handelsmonopol, und kaufleute waren hierbei weitgehend vom handel ausgeschlossen.

die ostindien-kompanien, insbesondere die beiden grössten aus england und holland, waren anders organisiert: hier waren es nicht die regenten des landes, die den handel organisierten, sondern kaufleute. allerdings erhielten die kaufleute freibriefe, die sie ermächtigten, ähnlich wie regenten zu agieren. sie konnten frei handeln, kriege führen, münzen prägen, verträge eingehen mit einheimischen regenten, gesetze erlassen, gericht halten. zudem erhielten sie das handelsmonopol für ostindien und angrenzende länder. “staat im staate” beschreibt die machtfülle der gesellschaften treffend, denn die kompanien hatten staatliche/königliche hoheitsrechte. hierüber lässt sich u.a. erklären, warum die ostindiengesellschaften zunächst so erfolgreich waren.

das casa da india war gegen die niederländische und britische kompanie nicht konkurenzfähig, und glitt immer mehr ins abseits beim handel mit ostindien. daraus ergab sich, dass portugal 1628 parallel noch kurz eine eigene ostindische kompanie nach vorbild der erfolgreichen konkurrenz ins leben rief. allerdings war die portugiesische ostindien-kompanie erfolglos, und sie wurde bereits 1633 wieder aufgegeben.

das casa da india bestand in eher unbedeutedem umfang noch viele jahre weiter, ehe es 1833 gänzlich aufgelöst wurde.

im nächsten artikel geht es um die VOC, die niederländische ostindien-kompanie.

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