Aus welchen Ländern kommt Schwarztee?

schwarztee aus darjeeling

Rund 70% des in Deutschland getrunkenen Tees ist Schwarztee. Aber in welchen Ländern wird diese Teesorte eigentlich produziert? 

China - Mutterland des Schwarztees

In Japan und Korea wird praktisch kein Schwarztee produziert.

China, das als Mutterland des Tees gilt, ist geteilt. Es wird sowohl Schwarztee als auch Grüntee angebaut, wobei letzterer deutlich überwiegt.

Seinen Ursprung hat schwarzer Tee in China. Hier erlernten auch die Briten die Technik der Schwarzteeherstellung für ihre Kolonien.

Anbaugebiete für Schwarztee

Indien ist der grösste Schwarzteeproduzent. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Briten hier mit dem oft grossflächigen Anbau von Tee. 

Assam ist das grösste zusammenhängende Teeanbaugebiet weltweit. Von hier kommen kräftige, malzige Sorten, die auch in vielen Teemischungen/Blends enthalten sind. Der bekannte Ostfriesentee besteht zu einem grossen Teil aus Assamtee.

Darjeeling im Himalaya produziert im Vergleich feinen, blumigen Tee. Die weltbesten Schwarztees stammen zu einem grossen Teil aus diesem Anbaugebiet.

Nilgiri in Südindien erzeugt Tees, die weitgehend für Teemischungen verwendet werden. 

Weitere Anbaugebiete in Indien:

Dooars und Terai, zwei in Deutschland recht unbekannte indische Regionen. Sie liegen geographisch wie ein Bindeglied zwischen Darjeeling und Assam, jedoch meist niedriger. Produziert werden Tees für Blends und den einheimischen Markt.

Sikkim, einer der kleinsten Bundesstaaten Indiens, sei noch erwähnt. Er grenzt an Darjeeling, und produziert ähnlich hochwertige Tees im einzigen Teegarten "Temi".

Nepal grenzt ebenfalls an Darjeeling, und die Tees ähneln ebenfalls denen des weltberühmten Nachbarn.

 


Sri Lanka/Ceylon war 2012 der viertgrösste Teeproduzent, und ist einer der bekanntesten in Deutschland, bekommt man ihn doch unter seinem alten Namen "Ceylon-Tee" in fast jedem Supermarkt. "Ceylon" wird in vielen Schwarzteemischungen verarbeitet.

Auch Afrika produziert grosse Mengen Sschwarztee. Kenia ist der drittgrösste Teeproduzent weltweit. Da die Teekultur im eigenen Land nicht sehr ausgeprägt ist, und die Binnennachfrage folglich gering ausfällt, ist Kenia der grösste Tee Exporteur. Überwiegend kommen von hier Schwarztees. Auch Malawi, Tansania, Südafrika und Mosambik produzieren in erheblichen Mengen Schwarztee.

Indonesien, fünftgrösster Teeproduzent, erzeugt in etwa 50:50 Schwarz- und Grüntee, und auch Malaysia ist zu erwähnen.

Nicht zu vergessen ist die Türkei, wo um Rize am Schwarzen Meer Schwarztee produziert wird. Auch im Iran wird um Lahijan Schwarztee angebaut. Der georgische Teeanbau ist leider durch die Kriege und Unruhen im Kaukasus fast zum erliegen gekommen, erholt sich aber langsam wieder.

Diese Länder sind vielen Teetrinkern als Teeproduzenten unbekannt, was einerseits daran liegt, dass sie sehr viele Tees mittlerer Qualität herstellen die in Blends oder Teebeuteln verwendet werden. Andererseits bleiben türkische, georgische und iranische Tees zum Eigenverbrauch der Bevölkerung weitgehend im eigenen Land.

 

Teegarten auf den Azoren

Erwähnt werden sollen noch die kleinen Anbaugebiete in Europa, wobei die zu Portugal gehörenden Azoren mengenmässig deutlich führen, vor Tregothnan in England. Im kleinen, aber feinen Teegarten auf dem Monte Verita bei Ascona in der Schweiz wird ausschliesslich Grüntee produziert. Zudem gibt es in Deutschland den Teegarten Tschanara bei Köln. 

Egal ob schwarzer Tee, grüner, gelber, weisser, Oolong oder Pu-Erh, sie werden alle aus der selben Pflanze hergestellt: Camellia Sinensis.

Foto Teepflückerinnen: Gerhard Biel

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