Anti-Aging und Tee

Die Zahl der Hundertjährigen steigt rapide an. Waren es in Deutschland im Jahr 2000 knapp 6.000, waren es 2017 bereits über 16.500! Und die Prognose für die Zukunft sieht gut aus. Die Zahl der Hundertjährigen wird weiter zunehmen. Trotz allem sind es bis jetzt nur wenige, die dieses “biblische Alter” erreichen.

Hier setzt Anti-Aging ein! Anti-Aging möchte es vielen Menschen ermöglichen, 100 Jahre und älter zu werden, und das möglichst bei guter Gesundheit. Tee kann dazu einen Beitrag leisten.

Was bedeutet Anti-Aging?

Anti-Aging setzt sich aus zwei Begriffen zusammen:

“Aging” bedeutet im Englischen Alterung / Altern / Altwerden.

“Anti” besagt in der Zusammensetzungen mit “aging” soviel wie “Gegenmittel gegen das Altern / Altwerden”.

Anti-Aging kann sinngemäss mit Altershemmung übersetzt werden. Der Begriff ist ein Modewort, wenn man will auch ein Marketingbegriff, und wird in der Schulmedizin nur selten verwendet. Die passenden schulmedizinischen Bezeichnungen wären:

Gerontologie

Die Gerontologie ist die Wissenschaft, die sich mit Altern des Menschen beschäftigt. Was lässt uns altern? Altern an sich ist keine Krankheit, aber ein Risikofaktor für chronische Krankheiten, und damit sind wir bei einer zweiten Wissenschaft.

Geriatrie

Mit den Krankheiten des Alters beschäftigt sich die Geriatrie. Was sind typische Alterskrankheiten, und wie kann man sie behandeln?

Gerontologie und Geriatrie sind sinnverwandt / synonym mit Anti-Aging.

Die Grenzen von Anti-Aging

Anti-Aging darf nicht als Möglichkeit für ein ewig dauerndes Leben fehlinterpretiert werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand liegt das maximal erreichbare Alter für Menschen bei rund 120 Jahren. Dieses Alter erreichen manche Menschen bereits heute, aber nur sehr, sehr wenige. Ziel von Anti-Aging ist es, dass mehr Menschen diese maximale Zeitspanne voll ausnutzen, und das bei relativ guter Gesundheit. Viele der alten Menschen sind heute chronisch krank, und ihre Lebensqualität ist eingeschränkt.

Werden längere Lebenspannen genannt, teilweise kann man von 600 - 1000 Jahren lesen, sind das aus gegenwärtiger Sicht Utopien, die darauf abzielen, öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen. Um diese langen Lebensspannen zu erreichen, müsste man das Altern stoppen oder umkehren können. Dazu müsste man aber zunächst den Vorgang des Alterns verstehen, was derzeit (noch) nicht der Fall ist.

Warum altern wir?

Warum wir altern, ist bisher lediglich in Teilbereichen entschlüsselt. Es gibt viele Theorien dazu, aber keine kann den Prozess vollständig erklären. Es sind hochkomplexe, in vielen Bereichen unklare Mechnismen, die für das Altern verantwortlich sind. Eine wissenschaftlich allgemein anerkannte Antwort existiert derzeit nicht.

Relative Anerkennung hat die so genannte “Schadenstheorie”. Es handelt sich dabei um ein rel. einfaches Modell, das sich unter anderem mit folgenden Vorgängen beschäftigt:

-Zellschäden durch Telomerabbau
-Oxidative Schäden durch freie Radikale

Telomerabbau und Tee

Tee ist reich an Polyphenolen, die ausgesprochen positv auf den menschlichen Organismus wirken. Besonders hervorzuheben ist im grünen Tee das Epigallocatechingallat und im schwarzen Tee das Theaflavin-Digallat. Beide Substanzen gehen Verbindungen mit DNA-Stücken der Chromosomenketten ein, die man Telomere nennt. Diese Telomere sind für die Stabilität der Chromosomen verantwortlich.

Durch biochemische Vorgänge in der Zelle werden mit jeder Zellteilung die Chromosomen (DNA-Doppelstrang) kürzer. Sobald eine bestimmte Chromosomenlänge unterschritten wird, verliert die Zelle die Fähigkeit zur Teilung und stirbt früher oder später ab. Dies passiert auch dann, wenn keine zum Tode führende Erkrankung vorhanden ist. Epigallocatechingallat und Theaflavin-Digallat verlangsamen diesen degenerativen Prozess und verlängern die Lebensdauer von Zellen. Tee wirkt im Inneren des Zellkerns bei diesen Vorgängen.

Hervorzuheben ist noch einmal, dass nicht nur das Epigallocatechingallat aus grünem Tee diese Eigenschaft besitzt, sondern auch das Theaflavin-Digallat aus schwarzem Tee!

Freie Radikale und Tee

Der amerikanische Biogerontologe Denham Harman (geboren 1916, verstorben 2014) schuf bereits 1956 die These, dass freie Radikale eine Ursache für das Altern sind. Hierbei geht es um biochemische Vorgänge mit Sauerstoff (Oxidation) im Inneren der Zelle, bei denen aggressive Stoffwechselprodukte entstehen, die er freie Radikale nannte.

Diese freien Radikale schädigen Zellbestandteile die sich mit der Zeit ansammeln und die Zellfunktion einschränken, was dann zur Zellalternung führt. Zellalterung wiederum ist ein wichtiger Faktor bei der allgemeinen Alterung. Über die Nahrung kann man Antioxidantien aufnehmen, die diesen Oxidationsvorgang hemmen.

Die Katechine im Tee sind solche hoch wirksame Antioxidantien!

Weitere Faktoren für die Alterung nach Aubrey de Grey

Neben diesen gerade beschriebenen Vorgängen innerhalb des Zellkerns, bzw. innerhalb der Zelle, gibt es natürlich eine ganze Reihe weiterer Prozesse die das Altern beeinflussen. Aubrey de Grey, der davon ausgeht, dass Menschen extrem Jahre alt werden können, nennt folgende Faktoren, die teilweise bereits beschrieben wurden:

1. Intrazelluläre Probleme (Bestandteile innerhalb der Zelle funktionieren nur eingeschränkt)
2. Extrazelluläre Probleme (Ansammlungen von missgebildeten Proteinen)
3. Vernetzung von Proteinen (Verklebung von Eiweissen)
4. Zellverlust ohne Ersatz (normalerweise versucht der Organismus verlorene Zellen zu ersetzen)
5. Vergreiste/überflüssige Zellen (Zellen, die zwar noch eingeschränkt funktionieren, sich aber nicht mehr erneuern)
6. DNA-Mutuationen
7. Mitochondrien-Mutationen

De Grey ist momentan der bekannteste Vertreter der extremen Anti-Aging Bewegung. Er hält Lebensspannen von bis zu 1.000 Jahren für möglich. Darauf war weiter oben bereits eingegangen worden. In absehbarer Zeit werden Menschen nicht 1.000 Jahre alt werden!

Vitales Altern

Altersbedingte Krankheiten können über vitale Zellen also zumindest zeitlich nach hinten verschoben werden, oder treten im Idealfall erst gar nicht auf. Es geht also nicht primär um die Behandlung von Krankheiten, sondern darum, in der Prävention/Vorbeugung tätig zu werden.

Ein Aspekt der in Asien, beispielsweise in der traditionellen chinesichen Medizin, schon immer berücksichtigt wurde. Angeblich wurden Ärzte im alten China nur so lange bezahlt, wie sie ihre Patienten gesund hielten.

Es geht bei Anti-Aging also um vitales Altwerden.

Weitere wichtige Faktoren für ein langes Leben

Nun wird Tee aber natürlich nicht alleine nachgesagt für ein langes und gesundes Leben sorgen zu können. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Faktoren, von denen die wichtigsten im Folgenden aufgelistet werden sollen.

Genetische Dispostion

Unsere Lebenserwartung wird durch unsere Erbanlagen zu einem nicht unerheblichen mitbestimmt. Wer viele Vorfahren hat, die alt wurden (langlebige Familien) hat gute Chancen, auch selber alt zu werden. Die Dispostion ist derzeit nich beeinflussbar. Diese vorgegebene Veranlagung bestimmt zu mindestens 30% wie alt wir werden. Möglicherweise spielt dabei die mütterliche/weibliche Linie eine grössere Rolle als die väterliche/männliche.

Lebensstil

Ernährung, Schlafverhalten, Drogen/Alkohol/Tabak, Stress, und Bewegung haben starken Einfluss auf die Lebenserwartung. Hier hat jeder einzelne Mensch die Möglichkeit, selber Einfluss zu nehmen - man muss aber aktiv werden! Altern kann in diesem Bereich rel. leicht vom Menschen mitgestaltet werden.

Umwelteinflüsse

In einer verschmutzen/vergifteten Umwelt werden Menschen schneller krank und sterben in Folge auch früher. Hier sind es weniger Einzelne sondern mehr Gruppen oder Länder die Einfluss nehmen. 

Welchen Tee soll man trinken?

Alle echten Tees, die von der Teepflanze stammen, besitzen die gesundheitlich wichtigen Polyphenole:

-Grüner Tee
-Schwarzer Tee
-Weisser Tee
-Gelber Tee
-Oolong
-Pu-Erh

Man sollte seinem Körper möglichst viele verschiedene Teesorten anbieten, also immer wieder die Teeart wechseln.

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